Interkulturalität ist der Name einer wissenschaftlichen Disziplin mit einer methodisch-diskursiven Ausrichtung. Sie verfährt interdisziplinär und verfolgt das Ziel, einen kritisch-argumentativen Dialog zwischen und innerhalb unterschiedlicher Denkstrukturen und Wertesystemen herbeizuführen, um den Weg zu gemeinsamen Plänen, Modellen und Lösungen zu bahnen. Sie sucht eine dialogische Konfliktlösung ohne Verlierer.

Interkulturalität ist bestrebt, Myopien und monokausale Erklärungen zu vermeiden und einen Paradigmenwechsel und eine Bewusstseinserweiterung im Wahrnehmen und Begegnen der Individuen im Vergleich und Verständnis der Kulturen zu fördern. Dabei geht sie in Theorie und Praxis von Kultur als einem offenen und dynamisch-veränderbaren Sinn- und Orientierungssystem aus, wobei sie die interne Eigendynamik und Ausdifferenzierung von Kulturräumen berücksichtigt.